Merkmale der Rasse

AA 31.3.2011Der Anatolische Hirtenhund ist ruhig, bedächtig, zurückhaltend, aber instinktiv wachsam. Er ist nicht schüchtern und nicht aggressiv,  wird er provoziert, dreht er zunächst lieber den Kopf oder er hebt sich auf und geht weg. Er greift nie als Erster an, wenn er nicht selbst angegriffen wird und immer droht er erst durch Knurren. Jahrhunderte wurde er als Kampfhund verwendet, heute wird er als Schäfer-sowie Wachhund verwendet.

Er ist generell im Alter von 18 bis 30 Monaten erwachsen, Vollreife erreicht er mit 4 Jahren.

Erscheinungsbild

Der Anatolische Hirtenhund ist hoch, kraftvoll, großrahmig, ausdauernd, leichtfüßig und sehr schnell. Er ist gefällig, imposant und  nicht überschaubar, aus der Ferne kann man ihn erkennen nach bemerkenswerter harmonischer „Löwengangart“ und hoch eingerollter Rute. Das Haarkleid ist mittellang, doppelt und im Winter sehr dicht, was sehr guter Frostschutz im Winter, Sonnenbrandschutz im Sommer und auch Schutz vor Raubtierbiss war. Der Standard erlaubt alle Farben.

In letzter Zeit erscheinen auf dem Markt mächtige Hunde nach der Gleichung „türkischer Hund = groß und kühn“, die zwar attraktiv sind, entsprechen aber nicht dem Prototyp des Hirtenhundes, d.h. einem schnellen und kraftvollen Hund, der die Herde vor Eindringlingen hüten kann. Mit der  Mächtigkeit  steigt direkt proportional die Gelenkbelastung, und Schwierigkeiten des Bewegungsapparats treten auf.

Wesen

Kühner, ausgeglichener Hund, ohne jegliche Aggressivität, sehr intelligent und gelehrsam. Stolz, unabhängig und selbstbewusst. Er kann liebevoll und zutraulich sein, er kann sich aber auch entscheiden, dass er nicht gehorsam sein wird. Er ist sehr territorial ausgeprägt, er nimmt nahezu  ganze ihm bekannte Umgebung für seinen Raum, den er dann von einer erhöhten Stelle aus stundenlang beobachten und bewachen kann.

Anatol und Menschen

Sie sind sehr liebende und loyale Tiere, besonders Frauen und Kindern gegenüber, sie haben sehr starke Beziehung zu ihrer Familie und ihren Zuhause. Erwachsen sind sie Fremden gegenüber zurückhaltend. Das Leben mit einem kräftigen Hund, wie der Anatol ist, vereinfacht uns die grundlegende Gehorsamkeitserziehung, um einen Familiengefährte und Kuschelhund zu erziehen, muss man im zarten Alter beginnen, ihn zu sozialisieren, er muss wissen, wo sein Platz ist. Die Neigung zur Unabhängigkeit erfordert feste Führung und Disziplin von Jugend an.

Anatol und Tiere

Er verträgt sich sehr gut mit anderen Tieren, wenn er von Welpenalter an dazu geführt wird und ihm parallel dazu der eigene Spielraum eingeräumt wird. Er kann manchmal fremden Tieren, z.B. verlaufenen Katzen gegenüber aggressiv sein.

Draußen oder in der Wohnung?

Ein sehr guter Kompromiss zwischen beachtetem Wachhund und einem Kuschelhund, er ist aber für das Leben nur in Wohnungen nicht empfehlenswert. Er hat dichtes Fell, das zweimal im Jahr wirklich stark haart, und es ist eine aktive Arbeitsrasse, die viel Bewegung braucht. Er läuft sehr gern und ist in der Lage, sich mit großer Geschwindigkeit zu bewegen. Ihn, als Schäferhund, stört Müdigkeit oder schlechtes Wetter nicht – er lebt gerne das ganze Jahr im Freien, durch seinen Ursprung kann er extreme Wärme und Kälte bewältigen. Er liebt Wasser, Schwimmen mag er aber eher selten.

Haus und Garten

Der Anatolische Hirtenhund wurde zur Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit bei Hütung der Herde ohne menschliche Unterstützung gezüchtet, tausende Jahre lernt er selbstständige Entscheidungen. Bei einer Attacke verließ er die Herde, wenn man das angreifende Raubtier abtreiben musste. In der Praxis heißt es aber, dass er gerne bummelt und auf gut umzäunten Geländen gezüchtet werden muss.

Er liebt Winter und die Wintersonne, im Sommer verbirgt er sich vor der Sonne. Hündinnen haben natürlich Erdlöcher für Welpen ausgegraben, sie liegen gerne auf frischem Boden. Als Welpe hat Aylin im Sommer ab und zu „Hasenpfannen“ zur Abkühlung erzeugt. Unser Garten war damals noch nicht so richtig hergerichtet und wir konnten sie beobachten, wie sie 170 cm tiefes Erdloch ausgegraben haben. Der eine hat gegraben, der andere gehütet. Als einer müde war, haben die sich abgewechselt. Das Erdloch hat dann zusammengestürzt. Jetzt sind sie erwachsen und graben nichts mehr. Darüberhinaus, überall nur Rasen und das lockt sie gar nicht. Und um die Gartenbeete gibt es vorerst Zäune.

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