Standard der Hunderasse

FCIIn Europa wird der Anatolische Hirtenhund unter dem FCI Standard Coban Köpegi (331) (Anatolian Shepherd Dog) erfasst. Der Standard ist auf Tschechisch auf der Website der Böhmisch-mährischen kynologischen Unie (ČMKU) „Hunderassen – Standards“ hier veröffentlicht, siehe unten.

Der Anatolische Hirtenhund wird von folgenden Organisationen registriert:

  • Europa: Fédération Cynologique Internationale (FCI) – Coban Köpegi (331) (Anatolian Shepherd Dog), den Standard finden Sie hier.
  • Australien: Australian National Kennel Council (ANKC) – Anatolian Shepherd Dog, den Standard finden Sie hier.
  • Neuseeland: New Zealand Kennel Club (NZKC) – Anatolian Shepherd Dog, den Standard finden Sie hier.
  • USA: American Kennel Club (AKC) – Anatolian Shepherd Dog, anerkannt am1.6.1996,  den Standard finden Sie hier.
  • USA: United Kennel Club (UKC) – Anatolian Shepherd, den Standard finden Sie hier.
  • Großbritannien: The Kennel Club (KC) – Anatolian Shepherd Dog, Großbritannien, den Standard finden Sie hier.

Standard im Wortlaut, der von der Böhmisch-mährischen kynologischen Unie veröffentlicht wurde

URSPRUNGSLAND: Anatolien

HUNDERASSE ANERKANNT: FCI 10. 4. 1989

VERWENDUNG: Diese Hunderasse diente zunächst zum Schutz der Schafherden; der Hund ist sehr hart, er leistet seine Arbeit in der Hitze sowie in der Kälte.

KLASSIFIKATION: Gruppe II –   Pincher und Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde, Abschnitt 2.2 „Berghunde“, ohne Leistungsprüfung

KURZE HISTORISCHE ÜBERSICHT: Der Anatolische Hirtenhund ist ein Wachhund mit sehr langer Geschichte. Sein Ursprung reicht bis zu großen Jagdhunderassen Mesopotamiens. Die genannte Rasse hat sich mit der Zeit den neuen Lebensbedingungen angepasst. Die wichtigsten Bedingungen sind – das Klima:  heißer und sehr trockener Sommer und sehr kalter Winter, – Lebensweise der Menschen: ansässig oder wandernd, – und die von Hunden geleistete Arbeit. Die genannte Hunderasse schützt die Herden, die auf Plänen  Anatoliens große Entfernungen überwinden. Unabhängig vom Wetter leben sie im Freien.

GESAMTEINDRUCK: Mächtiger aufrechter großrahmiger Wachhund, er hat robuste Gestalt, kräftigen Kopf und dichtes, doppeltes Haarkleid. Er muss groß und ausdauernd sein. Er ist in der Lage, sich mit hoher Geschwindigkeit zu bewegen.

WICHTIGE MASSE: Die Fanglänge ist etwas kleiner als die Schädellänge.

WESEN: ausgeglichen und mutig, keine Aggressivität, unabhängig, sehr intelligent und führend. Stolz und vertrauensvoll. Seinem Herrn gegenüber sehr anhänglich und loyal. Erwachsene Hunde sind aber Fremden gegenüber misstrauisch.

KOPF:  Scheitel: groß, aber im richtigen Verhältnis zur gesamten Gestalt, zwischen den Ohren breiter, leicht gewölbter Schädel. Erwachsene Rüden haben den Kopf breiter als Hündinnen. Stop nur schwach ausgeprägt. Fang in der Draufsicht fast quadratisch, stumpfes Profil, der Fang verengert sich zur Spitze nur geringfügig. Nase schwarz, bei leberfarbenen Hunden braun. Lefzen leicht hängend, schwarz. Unterer Rand der oberen Lefze sollte tiefer reichen, als unterer Rand der unteren Backe. Backen kräftig. Bissstellung /Gebiss: kräftige Zähne, perfektes, regelmäßiges und vollständiges Scherengebiss, wobei obere Vorderzähne ohne Zwischenräume über untere Vorderzähne stehen und Zähne in Backen schräg eingebettet sind.  Vollständiges Gebiss mit 42 Zähnen. Augen: im Verhältnis zur Kopfgröße eher kleine, tief und breit eigebettete Augen. Bindehäute nicht sichtbar. Goldengelbe bis dunkelbraune Farbe. Augenliderränder schwarz (mit Ausnahme von leberfarbenen Hunden).

HALS: leicht gewölbt, kräftig, angemessen lang, eher kräftiger, wenig Kehlhaut.

KÖRPER: kräftig, gut bemuskelt, nie fettig. Obere Linie: Lendenbereich leicht gewölbt. Rücken im Verhältnis zur Länge der Gliedmaßen eher kurz. Brust: Tiefe Brust, bis zu den Ellenbogen reichend. Rippen gut gewölbt, Brustkorb ausreichend lang. Bauchlinien: leicht eingezogen.

RUTE: lang, reicht minimal bis zum Sprunggelenk. Verhältnismäßig hoch angesetzt. In Ruhe gesenkt getragen, am Ende leicht eingerollt; bei Erregung insbesondere bei Rüden hoch über den Rücken oder gerollt auf dem Rücken getragen.

GLIEDMASSEN: Die Brustgliedmaße breit aufgestellt, gute Länge, gerade, mit starken Knochen. Schultern gut bemuskelt und schräg. Ellenbogen liegen gut an den Körper an. Kräftige Handgelenke, Vordermittelfuss leicht schräg aufgebaut. Pfoten kräftig mit gut gewölbten Zehen und kurzen Nägeln. Beckengliedmaße: kraftvoll, aber nicht übertrieben bemuskelt. Hinterläufe, von hinten betrachtet, gerade und parallel. Knie gut gewinkelt. Sprunggelenk mittel gewinkelt, kräftig und gerade, weicht nach außen und nach innen nicht aus. Hintermittelfuss parallel und gerade. Pfoten kräftig, mit gut gewölbten Zehen und kurzen Nägeln.

GANGWERKE: Sehr bemerkenswerter und harmonischer Bewegungsablauf mit fester und gerader Rückenlinie, gut getragenem Hals und Kopf; dies ergibt den Eindruck eines kraftvollen  Jägers auf der Pirsch. Passgang bei langsamer Aktion erlaubt. Kurzer Schritt oder Steppen hoch unerwünscht.

HAARKLEID Haar: kurz oder halblang, dicht mit dicker Unterwolle. Aufgrund von klimatischen Bedingungen große Unterschiede der Haarlänge möglich. An Hals, Schulter und Oberschenkeln etwas länger und dicker. Das Haarkleid tendiert im Winter zu größerer Länge. Farben: Alle Farben erlaubt.

GRÖSSE / GEWICHT

Größe:          Widerristhöhe Rüden 74 – 81 cm, Hündinnen 71 – 79 cm.

Gewicht:       Erwachsene Rüden 50 – 65 kg, Hündinnen 40 – 55 kg.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden. Schwere Fehler: tiefgestellter Hund, schwerfällig und langsam, zu massiv; zu leicht gebaut, windhundartige Erscheinung, flacher Schädel, steppend oder kurztrittiges Gangwerk, zu langes, herabhängendes Haarkleid. Disqualifizierende Fehler: zu kurzer Fang (ein Drittel der Gesamtlänge des Kopfes), Haarkleid zu kurz und zu weich, fehlende Unterwolle, Vor- oder Rückbiss, Unfähigkeit die Herde zu wehren.

Anm.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

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